Ein nicht ganz ernst zu nehmender Blick auf die Ausbildung zum "Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste" in der Stadtbibliothek.
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| Die Ausbildung zum "Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste" (FAMI) in der Stadtbibliothek - ein Traumjob? Lesen, lesen, lesen, gelegentlich mit netten Leuten über Neuerscheinungen, den Kulturbetrieb und das Wetter quatschen und wenn's hoch kommt, mal ein Buch zurück ins Regal stellen? |
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Irrtum! Die Realität sieht anders aus - ganz anders!
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Guter, alter Brauch in vielen Berufszweigen ist es, dass die Auszubildenden Bier holen müssen.
In der Stadtbibliothek aber müssen sie die Spirituosen nicht nur holen, sondern anschließend auch noch ausschenken und verkaufen! Und das auch noch zu nachtschlafender Zeit, z.B. anlässlich der berüchtigten "Langen Abende in der Stadtbibliothek". (Vgl. die Berichte: Amerikanische Komödien 2011, Dracula-Abend 2010, Sherlock-Holmes-Abend 2009, Balladenabend 2008, In 80 Tagen um die Welt (Wiederholung) 2008, In 80 Tagen um die Welt 2007, Frankenstein-Abend (Wiederholung) 2007, Frankenstein-Abend 2006.) |
| Gelegentlich lässt es sich dabei nicht vermeiden, dass ein paar Tropfen oder ein "wenziges Schlöckchen" Alkohols ihren Weg in die jungen Kehlen finden. Das macht das bittere Los der angehenden FAMIs vielleicht etwas erträglicher... |
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Falsches Bild, hier geht es nicht um "Fachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk (Bäckerei/Konditorei)"?
Nein, stimmt schon! Zu backende FAMIs müssen auch die hohe Kunst des Kuchenschneidens und Kaffee-Ausschenkens beherrschen. Und weil es ja sonst zu leicht wäre, wird dieser Ausbildungsteil bevorzugt auf Sonn- und Feiertage gelegt. Hier ist das Bibliothekscafé auf dem Göttinger Altstadtfest 2004 zu sehen, das wie in jedem Jahr am Altstadtfestsonntag zur Ausbildung in diesem besonderen Bereich diente. |
| Was im traditionellen Strafvollzug der Sandhaufen ist (von der linken Hofecke in die rechte Hofecke schippen...), sind in der Bibliothek die Bücherberge. Sie müssen von den Azubis immer wieder von grünen in braune Regale umsortiert werden. Und damit es nicht zu langweilig wird, gelegentlich auch von braunen in grüne... |
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Zur körperlichen Ertüchtigung der angehenden FAMIS werden mindestens einmal im Jahr große Räumaktionen angesetzt, bei denen die komplette Inneneinrichtung ganzer Stockwerke bewegt werden muss. Diese Projekte werden offiziell als "Renovierungen", "Teppichbodenerneuerungen" oder einfach als "Neueinrichtung einer Jugendbibliothek" getarnt. |
| Die Ausbilder sind erst zufrieden, wenn die Azubis völlig erschöpft sind. Das Foto zeigt vier ausgepowerte FAMI-Aspiranten nach einem Einsatz beim Bibliothekscafé und Bücherflohmarkt auf dem Göttinger Altstadtfest 2003. |
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Menschliche Wärme und Zuwendung sind während der Ausbildung Fremdwörter. Diese arme Auszubildende muss sich gar ihr Weihnachtsgeschenk selbst basteln... |
Bei all diesen Belastungen und Schikanen wirkt es verwunderlich, dass die Azubis immer noch und immer wieder lächeln können. Ebenso erstaunlich scheint, dass bisher fast alle Auszubildenden der Stadtbibliothek erfolgreich ihren Abschluss gemacht und später eine Arbeitsstelle gefunden haben!
Irgendetwas muss also wohl doch an der Ausbildung dran sein?!? |
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